„Es fehlt das Killer-Hilfsmittel“ – Makers Help Care wird Netzwerkpartner

Das Makers Help Care-Logo, ein schwarzer skizzierter 3D-Drucker, der ein rotes Kreuz druckt, auf weißem Grund

Bereits seit gut zwei Jahren tüftelt Nils Beinke, 3D-Druck-Fan und Förderschullehrer, im stillen Kämmerlein an individuellen Alltagshilfen für seine Schülerinnen und Schüler mit Behinderung, wenn er nicht gerade unterrichtet. „Doch als ich in diesen Sommerferien immer länger an den CAD-Modellen saß, dachte ich: Das Hilfsmittel gibt es bestimmt schon, doch ich finde es nicht. Mir reicht’s!“

Nils Beinke, Förderschullehrer und Maker, präsentiert stolz "seinen" Makerbot Replicator 2, einen 3D-Drucker, mit dem er Hilfsmittel für Menschen mit Behinderung druckt.

Nils Beinke, Förderschullehrer und Maker, präsentiert stolz „seinen“ Makerbot Replicator 2. Foto: Makers Help Care

Die Lösung: MAKERS HELP CARE, ein Blog mit Do-It-Yourself-Hilfsmittelanleitungen zum Herunterladen und selbst Ausdrucken am 3D-Drucker. Vom Besteckhalter über Erweiterungen für Gaming-Controller bis zur Mittelfinger-Maschine für die Tage, an denen man morgens besser im Bett geblieben wäre, wächst die Webseite stetig zu einem Onlineverzeichnis für DIY-Hilfsmittel heran, „damit sich die Maker-Szene und die Behinderten-Szene mal ordentlich verbinden und ich nicht mehr irgendwas selbst erfinden muss“, wie Nils im HelpCamps-Interview erklärt. Neben dem Austausch hat er aber noch ein Ziel: er möchte weitere Maker finden, die auf Anfrage Hilfsmittel für Menschen mit einer körperlichen Einschränkung drucken.

Obwohl das Onlineportal erst seit dem 20. August 2017 besteht, kann Nils mit seinem Engagement schon einige Erfolge feiern: „Direkt mein zweiter Post auf der Seite, über eine 3D-Straßenkarte für Sehbehinderte, wurde auf wundersameweise über Twitter geteilt und brachte mehrere hundert Klicks an einem Tag. Für einen Blog, der praktisch zwei Tage alt war! Verrückt! Danach habe ich ein Video gemacht, wo ich den Ablauf erkläre: makershelpcare.de besuchen, runterladen, ausdrucken. Das gab eine tolle Resonanz. Das größte ist natürlich jetzt zuletzt der gekaperte Stand auf der RehaCare gewesen und die wundervollen Rückmeldungen dazu von allen Seiten. Es ist toll.“

Ein Netzwerk ist entscheidend für die weitere Pionierarbeit

Nur einige Hilfsmittel aus Nils' 3D-Drucker: Ein E-Rolli-Hockeyschläger, ein Getränkehalter, ein Kakao-Öffner, ein Poly-Bat-Schläger, ein verstellbarer Getränkehalter und zwei Besteckhalterungen. Foto: Makers Help Care

Nur einige Hilfsmittel aus Nils‘ 3D-Drucker: Ein E-Rolli-Hockeyschläger, ein Getränkehalter, ein Kakao-Öffner, ein Poly-Bat-Schläger, ein verstellbarer Getränkehalter und zwei Besteckhalterungen. Foto: Makers Help Care

Nach dem Senkrechtstart ist für Nils klar: da geht noch mehr! Bisher fehlt das „Killer-Hilfsmittel, was sofort ein großes Problem für Menschen mit Behinderung löst. Das muss noch her!“ – da kommt HelpCamps wie gerufen.

Als Netzwerkpartner möchte der sympathische Pädagoge und Tüftler „viele Leute erreichen (…). Maker, die ihr Know-How hergeben. Vielleicht Menschen, die Spenden oder Zeit investieren“, überlegt er, denn es „muss noch viel Pionierarbeit geleistet werden, damit die Menschen verstehen, was Makertum, Open-Source und FabLab bedeutet.“

In diesem Sinne hofft Nils Beinke beim HelpCamps-BarCamp am 9. Dezember 2017 auf „Gute Gespräche, Austausch und Input. Ich habe jetzt schon so viel von den Gesprächen mit den anderen Makern und Photonikforschern gelernt. Gleichzeitig hoffe ich, auch andere Teilnehmer für die Sache zu begeistern. Wenn dabei noch ein praktisches neues Hilfsmittel herauskommt, dann hat das BarCamp schon richtig was erreicht.“

MerkenMerken

MerkenMerken

MerkenMerken

MerkenMerken

MerkenMerken

MerkenMerken

MerkenMerkenMerkenMerken

MerkenMerken

MerkenMerken

MerkenMerken

MerkenMerken

MerkenMerken