HelpCamps-Ideenliste


Neben den Themen, zu denen sich beim HelpCamp schon Entwicklungsteams gefunden haben, haben die Teilnehmenden noch viele spannende Ideen und Ansätze gesammelt. Auch Interessierte, die selbst nicht vor Ort sein konnten, haben uns ihre Wünsche für Hilfsmittel und Ideen geschickt.

Ihr habt Lust, zu einer der Themen ein Entwicklungsteam zu gründen?
Dann schreibt uns eine Mail an: kontakt@helpcamps.de.
Auch sind wir noch offen für weitere Vorschläge.

 

  • Drucksensoren im Schuh

Diskutiertes Problem: Menschen mit Behinderung, die eine neue Einlage und/oder Orthese bekommen, können sich manchmal nicht dazu äußern, ob das neue Hilfsmittel angenehm ist oder nicht und wo es genau drückt. So entstehen teils heftige Druckstellen oder sogar Wunden, weil die Probleme zu spät erkannt werden.

Erster Lösungsansatz: Drucksensoren im Hilfsmittel/im Schuh sollen mit einer App verbunden werden und auf dem Smartphone buchstäblich sichtbar machen, wo der Schuh drückt.

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  • Hausnotruf in Textilien

Diskutiertes Problem: Vorhandene Notrufsysteme hängt man sich entweder als eine Art Halskette um oder trägt sie als Armband am Handgelenk. Beides fällt auf und ist unpraktisch – die Kette hängt zum Beispiel in der Suppe und das Armband stört beim Schreiben, beim Tippen am Computer und bei vielen anderen Tätigkeiten. Menschen mit Betreuungsbedarf fühlen sich mit dem Hausnotruf unwohl und vermeiden es, ihn mit sich zu führen, obwohl er im Ernstfall überlebenswichtig ist.

Erster Lösungsansatz: Den Hausnotruf in Textilien integrieren, zum Beispiel durch Armbänder, in die Minicomputer eingewebt sind, durch Verzierungen an der Kleidung wie beispielsweise Perlen oder Schleifen, die den Hausnotruf-Knopf darstellen.

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  • Handliche, intelligente Roboter als Alltagshelfer

Wunsch: Entwicklung eines Roboters, der Menschen mit Beeinträchtigung im Alltag hilft, z.B. bei Sehbehinderungen Briefe öffnet, Schreiben rausholt und vorliest, Wäsche aufhängen, Kleidungsstücke falten, Spülmaschine ausräumt, Bücher gezielt aus dem Regal holt etc.

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  • Individuelle, geteilte Braille-Tastatur

Benötigt würde ein Bedienelement separat für die linke und die rechte Hand, so dass der Nutzer z.b. auf dem Rücken liegend neben dem Körper tippen könnte.

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  • Alltagshilfen für Haustierbesitzer

Was kann wie gemacht werden, damit ich ein Tier gut und selbstständig versorgen kann. Bsp. Katzenklo reingen, Kotbeutel aufheben etc.

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  •  Wie schaffe ich es nur, diese Dose zu öffnen?

Gesucht wird ein Austausch mit Verpackungsingenieuren über die “Unmöglichkeiten” von Verpackungen.

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  • Gesucht werden verschiedene Halterungssysteme für den Rollstuhl, z.B.

… eine Becherhalterung,  mit der der Becher beidhändig erreichbar ist und während der Fahrt darf nichts verschüttet werden.
… eine gut erreichbare Handyhalterung für den Rollstuhl
… eine Regenschirmhalterung

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  • Pimp My Rolli – (Offroad-)Erweiterungen für den Elektrorollstuhl

Diskutiertes Problem: Mit einem Elektrorollstuhl kommt man draußen auch bei schlechtem Wetter schon besser zurecht als mit einem manuellen Rollstuhl. Bei Schnee oder unebenem Gelände ist man dennoch sehr eingeschränkt. Zwei Teilnehmer stellen vor, wie sie einen Elektrorollstuhl bereits modifiziert haben und alle Teilnehmenden überlegen gemeinsam, wie man diese Modifikationen auch Anderen möglich machen könnte. Die beiden haben an ihrem Elektrorollstuhl beispielsweise einen USB-Adapter aus dem KFZ-Bedarf ergänzt und planen als nächstes den Einbau einer Sitzheizung.

Erster Lösungsansatz: Es soll ein regelmäßiger Elektrorollstuhl-Basteltreff im Ruhrgebiet stattfinden, für den sich Elektrorollstuhl-Nutzer vorab mit konkreten Wünschen anmelden können. Die Anpassungen werden dann von Bastlern durchgeführt. Angedacht ist eine filmische Begleitung der Treffs, sodass Do-It-Yourself-YouTube-Videos entstehen. Wichtig ist bei allen Modifikationen: Sie müssen rückstandslos wieder entfernbar sein, damit die Garantie des Elektrorollstuhls nicht erlischt.

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  • Wheelchair-Vernetzung

Diskutiertes Problem: Für Menschen mit Behinderung, die bislang nicht in der Maker-Szene aktiv waren, benötigen Unterstützung um zu den vielfältigen Möglichkeiten in diesem Bereich Zugang zu finden und selber Produkte zu kreiieren. Konkret benötigen sie beispielsweise Unterstützung beim Besorgen der Teile, Kreieren, Anschaffen und Herstellen. Online existieren zwar FabLab-Übersichten und die dahinterstehenden Organisationen sind sehr offen, leider sind jedoch wenige FabLabs barrierefrei.

Erster Lösungsansatz: In einer gemischten Gruppe Open-Source-Produkte entwickeln, die mit Maker Technologien herstellbar sind. Dabei sollen die User selber zu Designern werden. So könnten Rollstühle beispielsweise individualisiert werden. Um möglichst viele (mobilitätseingeschränkte) Menschen mit Beeinträchtigung zu erreichen, wäre ein mobiles Angebot ideal.

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  • Accessathon – Alternative zum Blindenstock Ambiantly

Diskutiertes Problem: Menschen, die hochgradig sehbehindert oder blind sind, benutzen zur Orientierung einen sogenannten Langstock (Blindenstock). Der Langstock ist ein Hilfsmittel, das über die Bodenbeschaffenheit und Hindernisse taktile und akustische Informationen über die unmittelbare Umgebung vermittelt. Die Orientierung mit dem Langstock erfordert hohe Konzentration.

Erster Lösungsansatz: Als Lösungsansatz sieht die Arbeitsgruppe die Weiterentwicklung ihres neuen Systems Ambiantly. Ambiently nimmt über Sensoren die unmittelbare Umgebung auf und wandelt die Informationen in Musik um. Dabei wird der Musikstil Ambient verwendet, eine Variante elektronischer Musik. Der Prototyp eines Sensors wurde bereits entwickelt. Eine erste Erprobung war erfolgreich.

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  • Haltungskorrigierende Kleidung bei Spastik

Diskutiertes Problem: Eine Teilnehmerin hat das Problem, dass sie durch die Spastik in ihren Muskeln nach einiger Zeit im Sitzen immer zu einer Seite kippt, ohne dass sie es merkt. Sie wünscht sich Kleidung, die sie beim Sitzen korrigiert. Handelsübliche haltungskorrigierende Kleidung aus dem Sportlerbedarf hat bisher keinen Erfolg gebracht, sie ist nicht stabil genug. Ein Korsett kommt auch nicht in Frage, da es wiederum zu starr ist und der Teilnehmerin weitere Beschwerden bringen würde, wenn die Muskeln beim Tragen des Korsetts verkümmern.

Erster Lösungsansatz: Es gibt einige futuristische Designer, die bereits „lebende“ Kleidung in ihren Modeschauen einsetzen, z.B. Kleider mit Bewegungs- und Hautsensoren. Die Teilnehmerin könnte sich vorstellen, zum Beispiel ein T-Shirt mit Bewegungssensoren zu tragen, die ihr einen leichten elektrischen Impuls auf der Haut vermitteln, wenn sie schief sitzt, sodass sie dann selbst ihre Sitzposition korrigieren kann. Denkbar wären außerdem Handschuhe gegen verspannte/zitternde Finger (Tremor) oder Socken, die die Füße stabilisieren.

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  • e-motion-Antrieb mit Joystick

Diskutiertes Problem: Ein Teilnehmer des HelpCamp hat einen e-motion-Antrieb an den Rädern seines manuellen Rollstuhls, das heißt, jeweils einen Motor am Antriebsrad, der die Schubkraft des Rollstuhlnutzers verstärkt. Der Teilnehmer wird aber, vor allem bei schlechtem Wetter, trotz Kraftverstärker schnell müde, wenn er sich selbst anschieben muss, und wünscht sich deshalb, dass er den e-motion-Antrieb auch mit einem Joystick aktivieren kann.

Erster Lösungsansatz: Ein Lösungsansatz scheint schwierig, da es sich um keinen durchgängigen elektrischen Antrieb handelt (wie z.B. e-fix-Antrieb), sondern nur um eine Verstärkung der eigenen Kraft des Rollstuhlnutzers. Die Session-Teilnehmer schlagen vor, bei der Krankenkasse statt des e-motion-Antriebs den e-fix-Antrieb zu beantragen. Dies findet der betroffene Rollstuhlnutzer jedoch nicht gut, da der e-fix-Antrieb den Rollstuhl noch schwerer machen würde und der Rollstuhlnutzer nach wie vor mit eigener Muskelkraft fahren möchte.

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  • SMART HOME – Digitale Assistenten für Menschen mit Beeinträchtigungen

Diskutiertes Problem: Menschen, die in ihrer Bewegung eingeschränkt sind, treffen im Haushalt auf unterschiedliche Probleme, dazu gehören z.B. Tätigkeiten wie Lichtschalter zu bedienen, Türklinken drücken, Türe öffnen, Fenster öffnen, Rollos bedienen, Kippschalter an- und ausmachen, Herd und Heizung an- und ausschalten. Im Sanitätshaus sind bereits einige Lösungen erhältlich, beispielsweise eine Umfeldsteuerung. Dennoch sind diese Lösungen sehr kostspielig und nur auf ausgewählte Bereiche beschränkt. Gleichzeitig entstehen durch Aktive in der Maker-Szene bereits viele Einzellösungen. Smart Home Assistenten für breite Konsumentengruppen bieten in jüngster Zeit neue Möglichkeiten der Sprachsteuerung und der digitalen Vernetzung im Haushalt.

Erster Lösungsansatz: Vorgeschlagen wurde ein Baukastensystem für verschiedene Haushaltsapplikationen zu entwickeln (z.B. ein technisches Bauteil für die Heizungssteuerung, Kaffeemaschine etc.) sowie eine zentrale digitale Plattform/App anzubieten, mit der alle  Geräte im Haus angesteuert werden können. Wichtig wäre dabei die langfristige Möglichkeit, das entwickelte Produkt über ein Sanitätshaus beziehen zu können, inkl. Einbau der entsprechenden Technik zuhause.

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  • Hilfsmittel für Rheumatiker

Diskutiertes Problem: Viele Rheumatiker benötigen eine individuellere Versorgung mit Hilfsmitteln, weil sich das Krankheitsbild sehr schnell verändert. Ergotherapeuten stellen nur noch wenige Produkte selbst her, um Anpassungen für die Patienten zu entwickeln. Wichtig bei Rheumatikern ist, dass von Arzt und Ergotherapeut an Institutionen  und Projekte wie FabLabs vermittelt wird.

Erster Lösungsansatz: Individuelle Hilfsmittel können Rheumatikern mehr Selbstständigkeit im Alltag ermöglichen. Ideal wäre eine Entwicklungsgruppe, in der sich Rheumatiker und interessierte Akteure mit Technik-Know-how zusammenfinden.

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  • Wie sollten Rahmenbedingungen/Kompetenzen/Prozesse für die Zielgruppe im Maker Space gestaltet sein?

Diskutiertes Problem: Bislang sind die Rahmenbedingungen für Menschen mit Behinderung, die FabLabs besuchen und dort aktiv werden möchten, noch nicht ideal. Mögliche Hürden können u.a. die Anreise sein, aber auch die nicht barrierefreien Räumlichkeiten vor Ort. Zudem benötigen Menschen mit Behinderungen unterschiedliche Formen von Unterstützung bei der Herstellung von Produkten. Auch an die Bedienbarkeit von CAD-Software, 3D-Scanner und 3D-Drucker werden besondere Anforderungen Gestellt. Hier gibt es bereits eine Lösungsansätze bei den Netzwerkpartnern, die die Bedienung sicherer und einfacher machen.

Erster Lösungsansatz: FabLab-Aktive und interessierte Menschen mit Beeinträchtigung könnten gemeinsam eine Art Checkliste entwickeln, die beschreibt, welche Rahmenbedingungen bestehen, oder geschaffen werden sollten, um Menschen mit Behinderung die Mitarbeit in FabLabs zu erleichtern, bzw. zu ermöglichen. Auch konkrete Handlungsempfehlungen für die Erleichterung der Bedienung könnten entwickelt werden.

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  • Inklusives Spielzeug

Diskutiertes Problem: Ob Gesellschafts- oder Computerspiel – viele Spiele sind nicht barrierefrei. Die Gruppe sieht Bedarf für neu entwickelte bzw. angepasste Spiele, die für Menschen mit unterschiedlichsten Beeinträchtigungen spielbar sind. Dabei ist der Bedarf nach Anpassungen je nach Form der Beeinträchtigung höchst unterschiedlich, z.B. bei Bewegungseinschränkungen, Sehbehinderungen oder für Gehörlose. Beispielhaft vorgestellt wurde ein an der HS Rhein-Waal entwickeltes Brettspiel aus dem 3D-Drucker bei dem die „Inhalte“ der benutzten Plättchen ertastet werden können. Ein anderes Beispiel: Ein Audiogame für den Computer, das rein nach Gehör gespielt werden kann.

Erster Lösungsansatz: Noch sehr offen, die Gruppe möchte sich als Arbeitsgruppe zusammenschließen, um zu schauen, was man in diesem Bereich entwickeln könnte.

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Weitere Ideen:

  • Individualisierte Musikinstrumente
  • Maker und Orthopäden – wie kann eine Zusammenarbeit aussehen?
  • Treppenraupe, die man unter den E-Rolli klemmen kann
  • Mobile, flexible, faltbare, leichtgewichtige Rampe für unterwegs – zum Beispiel aus CFK
  • Reichweitenerweiterung für den E-Rolli
  • Neigungsausgleich für die Sitzkantelung am Rollstuhl, der bei Fahrten bergab automatisch versucht horizontal zu bleiben
  • Open-Source-Lösung für Spracherkennungskontrolle für Android
  • Barrierefreies TinyHouse
  • eine transparente Abdeckung für die Steuerung von Elektrorollstühlen, um diese bei Regen vor Nässe zu schützen
  • ein Solardach am Elektrorollstuhl, um ihn während der Nutzung mit Strom zu versorgen und den Fahrer vor direkter Sonne zu schützen
  • Ein Rollstuhl mit einer Radachse, die sich auf Knopfdruck in der Neigung verstellt, wenn man einen Berg hoch oder herunter fahren will, sodass man sich nicht mehr so sehr anstrengen muss beim Fahren